Montag, 9. November 2026 · Stommeln
Gemeinsam gehen.
Gemeinsam erinnern.
Am 9. November laden wir wieder zu einem stillen Spaziergang durch Stommeln ein. Wir erinnern an jüdisches Leben in unserem Ort und an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben, deportiert und ermordet wurden.
Erinnerung beginnt vor unserer Haustür.
Jüdisches Leben gehört zur Geschichte Stommelns. Die Menschen, an die wir erinnern, waren Nachbarinnen und Nachbarn, Eltern und Kinder, Händler, Ladeninhaberinnen und Mitglieder einer Gemeinde. Sie lebten in den Straßen, durch die wir heute gehen.
Zum 88. Jahrestag der Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 setzen wir den gemeinsamen Weg des Erinnerns fort. Nach dem Spaziergang 2024 kommen wir am 9. November 2026 erneut zusammen, um Lebensgeschichten sichtbar zu machen und der Opfer nationalsozialistischer Verfolgung zu gedenken.
Zuhören. Innehalten. Weiterdenken.
Der Spaziergang gibt Raum für Gespräche und für Stille. Niemand muss etwas sagen. Wir möchten die historischen Orte wahrnehmen, die überlieferten Geschichten kennenlernen und gemeinsam darüber nachdenken, was Menschenwürde und gegenseitige Verantwortung heute bedeuten.
Es geht um konkrete Menschen und ihre Lebenswege. Darum erzählen die Stationsseiten auch von Familie, Arbeit, Nachbarschaft und gesellschaftlichem Engagement – und benennen zugleich klar die Verfolgung, die dieses Leben zerstörte.
So gehen wir miteinander.
Wir treffen uns um 17 Uhr auf dem Marktplatz in Stommeln. Der etwa 90-minütige Rundgang führt zu acht Erinnerungsstationen und endet wieder am Marktplatz. Die Texte zu allen Stationen sind hier bereits vorab zugänglich und können auch unterwegs auf dem Smartphone gelesen werden.
Der stille Spaziergang ist dem Gedenken gewidmet. Fahnen, Flaggen und Banner für oder gegen Länder oder Organisationen sind nicht erwünscht. Wir bitten darum, den historischen Orten und den Menschen, an die wir erinnern, mit Ruhe und Respekt zu begegnen.
Fragen zur Teilnahme oder zu persönlichen Unterstützungsbedarfen beantwortet das Orgateam unter info@pulheim-zeigt-sich.de.
Acht Stationen · Acht neue Einblicke
Namen werden
wieder sichtbar.
Jede Station hat ihre eigene Seite: mit einem neu gefassten Text, historischen Fotografien und der vorhandenen Hörfassung. Du kannst die Orte der Reihe nach kennenlernen oder mit einer einzelnen Geschichte beginnen.
Lebensgeschichten.
Erinnerungsorte.
Mitten in Stommeln.
Vom Josef-Gladbach-Platz über die Nettegasse bis zum jüdischen Friedhof und zur Synagoge: Hinter jeder Adresse steht ein Teil unserer gemeinsamen Geschichte.
Mit Station 1 beginnen- 01Joseph & Dora HeymannJosef-Gladbach-Platz 9
- 02Carl & Sara MosesNettegasse 1
- 03Jakob & Emma StockNettegasse 11
- 04Johanna MosesKattenberg 27
- 05Jüdischer FriedhofNagelschmiedstraße
- 06Josef & Johanna HeidtBerlich 36
- 07Sophia EhrlichVenloer Straße 579
- 08Vorsteherhaus & SynagogeHauptstraße 85a · Zugang hinter Haus Nr. 85
Historische Wegekarte von 2024 ansehen
Diese Karte dokumentiert den bisherigen Rundgang. Sie enthält die damaligen Stationsnummern und QR-Codes. Die aktuelle Übersicht und die neu gegliederten Texte findest du oben.
Historische Grundlage: Josef Wißkirchen, Auf jüdischen Spuren in Pulheim-Stommeln, Münster 2022, sowie die Stationsmaterialien von „Pulheim zeigt sich“. Quellen und Bildnachweise stehen jeweils am Ende der einzelnen Stationsseite.
Montag, 9. November 2026.
17 Uhr. Marktplatz Stommeln.
